Geschichtliches zum Hotel Zur Krone
Wir freuen uns, Ihnen einen kleinen Einblick in die Geschichte unseres Hauses geben zu können.
Die meisten Informationen stammen aus der Chronik von Sankt Martin (Cäcilie Ziegler) sowie aus dem „Mademer Krabb“.
Die Geschichte des Anwesens reicht weit zurück: Bereits im Jahr 1733 wurde der hintere Teil des Gebäudes errichtet, wie ein Schlussstein belegt. Ein weiterer Anbau folgte 1737. Beide Gebäudeteile entstanden im Barockstil und sind heute als Einzeldenkmal in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen.
Eine der ersten überlieferten Erwähnungen stammt aus dem Jahr 1813: Auf seinem Rückzug aus dem Russlandfeldzug durchquerte Napoleon die Pfalz. In dieser Zeit wurden Verwundete in der „Krone“ untergebracht – und mit ihnen gelangten die Pocken ins Dorf.
Am 19. März 1830 wurde Franz als Sohn der Eheleute Will, einer Winzer- und Brennereifamilie, geboren. Mit zwölf Jahren trat er in das bayerische Kadettenkorps ein und machte eine beeindruckende militärische Karriere. Bis 1878 stieg er zum Oberst und Kommandeur auf. Für seine Verdienste in der Schlacht von Sedan wurde er 1870 in den niederen Adelsstand erhoben und mit dem Max-Josef-Orden ausgezeichnet. 1883 wurde er zum Generalmajor ernannt.
Bis zu seinem Tod am 15. Februar 1912 in Würzburg war Franz von Will ein enger Freund des bayerischen Königs Maximilian II. Joseph. Zugleich war er für sein temperamentvolles Wesen bekannt und geriet häufig mit den hiesigen Gemeindevertretern aneinander. Die Fratze an der Fassade des „Alten Rathauses“ zeugt noch heute davon.

Gedenktafel Ritter von Will

Schlussteil vom Hotel Zur Krone

Frau Christmann

Altes Wirtshausschild
Nach der Familie Will ging das Anwesen in den Besitz der Bäckerfamilie Seeber über. Ihr Zunftzeichen – die gekrönte Brezel – weist auf eine lange handwerkliche Tradition hin. Mit der Eröffnung eines Weinlokals brachten sie neues Leben in das Haus, bevor sie die Immobilie schließlich an die Familie Christmann veräußerten. Unter deren Leitung wurde das Gebäude zum Gasthaus „Zur Krone“ umgebaut – einem Ort der Begegnung und Gastlichkeit. Ein historisches Wirtshausschild im Innenhof des gegenüberliegenden Gebäudes erinnert noch heute an diese Zeit.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Haus ein Gasthaus und Hotel, ehe sich der Betrieb später auf Übernachtungen beschränkte. Nach einigen Jahren des Leerstands begann schließlich ein neues Kapitel: Die Familie Neugebauer erwarb das Anwesen und ließ es in den Jahren 2019 bis 2021 mit viel Sorgfalt und Liebe zum Detail umfassend renovieren und zu dem heutigen Hotel umgestalten.
Wappen der Ortsgemeinde Sankt Martin
Zeittafel der Pfalz
5000 v. Chr. bis 2022
Wappen des ehemaligen bayrischen Kreises Rheinpfalz
ca. 5000 v. Chr. Jungsteinzeit – Grabanlage bei Herxheim
ca. 3000-1200 v. Chr. Bronzezeit – Kelten am Donnersberg
ca. 50 v. Chr. – Die Römer erreichen die Pfalz
ca. 200 n. Chr. – Bau einer Straße durch die Römer (Röm. Wachtstube), Funde von Röm. Gehöfte, bei Edesheim, Bad Dürkheim
316-397 – Lebzeit des Heiligen Martin (Namen von Sankt Martin)
um 500 – Die Alemannen vertreiben die Römer
506–507 – Die Franken erobern die Pfalz
ca. 700–800 – Vermutlich erste Ansiedlung hier in Sankt Martin
1149 – Erste urkundliche Erwähnung von Sankt Martin
1113-1310 – Die Pfalz ist Sitz des Kaiserreiches (Trifels)
1168 – Schlußstein** im Restaurant Dalberg
um 1200 – Bau einer Holzkirche und der Kropsburg (Dalberger)
zwischen 1200 und 1500 – Bau von bis zu 500 Burgen
1587 – Erwerb durch Fam. Hund v. Saulheim (altes Schlößchen/Herrengut v. Kloster Eußerthal)
1618-1648 – Der 30-jährige Krieg (die Pfalz ist fast Menschenleer, erste „Einwanderer“)
1689 – Pfälzer Erbfolgekrieg
1717-32 – Erste große Auswanderungswelle nach Amerika
1777 – Kurfürst Karl Theodor wird König von Bayern, Pfalz/Sulzbach
1786 – Frankreich besetzt die Pfalz
1799 – Maximilian von Zweibrücken wird König von Bayern
1812 – Rückzug Napoleons aus Rußland (bringt die Pocken)
1815 – Sankt Martin gehört zu Österreich
1816 – Die ganze Pfalz wird Bayrisch
1832 – Hambacher Fest
1848–49 – Die Pfälzische Revolution
Um 1850 – Die Industrialisierung beginnt
1865 – Gründung der BASF
1860-1890 – Die nächste große Auswanderungswelle
1914-18 – Der erste Weltkrieg
1923-24 – Autonome Regierung der Pfalz
1933 – Die NSDAP übernimmt die Macht
1939-45 – Zweiter Weltkrieg
1946 – Gründung von Rheinland-Pfalz (weiter franz. Besetzt)
28.07.1948 – Explosion bei der BASF (207 Tote)
1969 – Helmut Kohl wird Ministerpräsident
1988 – Stationierung von Atom- und Chemiewaffen im Pfälzer Wald
28.08.1988 – Flugzeugunglück von Ramstein (70 Tote)
1989 – Fall der innerdeutschen Mauer (Abzug vieler Militärs)
2022 – Rheinland-Pfalz feiert 75-jähriges Bestehen
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